Archiv für den Monat: Februar 2009

Wer hat die besseren Zahlen? ADAC oder das Kraftfahrtbundesamt, Dudenhöffer widersprüchlich

Der ADAC meldet dieser Tage, bei der Umweltprämie gebe es keinen Grund zu Panik bei der Beantragung, da ohnehin nur etwa 1,5 Millionen Fahrzeuge anspruchsberechtigt seien. Im Januar war allerdings vom Kraftfahrtbundesamt zu erfahren, es kämen 16 Millionen Fahrzeuge für die Prämie in Frage, was vermutlich die aussagekräftigere Zahl sein dürfte und sich auch mit dem durch PWC ermittelten Durchschnittsalter der deutschen Pkw von 8,5 Jahren deckt.

Auch der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer ist der Meinung, die Umweltprämie reiche noch bis zum Jahresende. Noch im Januar war der von der Presse als Autopapst bezeichnete Professor der Meinung, die Abwrackprämie sei nahezu wirkungslos. Die Realität in deutschen Autohäusern sieht inzwischen anders aus. Mittlerweile warnt er auch davor, die Umweltprämie könne zu steigenden Leasingraten führen und somit das Premiumsegment belasten. Hierzu muß man wissen, dass von den Leasinggesellchaften in die Berechnung der Leasingrate der zu erwartende Verkaufserlös nach Ende des Leasingvertrages einkalkuliert wird. Dudenhöffer geht davon aus, dass die Empfänger einer Umweltprämie aufgrund des gerade erst erworbenen Neufahrzeuges nicht als Käufer für einen Leasingrückläufer zur Verfügung stehen, dadurch die Nachfrage und somit der Verkaufserlös sinkt. Ein bisschen widersprüchlich, da er davon ausgeht, dass durch die Umweltprämie lediglich 150.000 zusätzliche Neufahrzeuge verkauft werden. Das diese nun alle einen Leasingrückläufer aus dem Premiumsegment kaufen würden und als Käufer wegfallen halte ich schon für weit hergeholt.

Ist noch Luft bei der Umweltprämie? Offener Brief an Frau Merkel

Liebe Frau Merkel,

die Umweltprämie ist ein voller Erfolg, die Autohäuser weiten teilweise ihre Geschäftszeiten bis in die Abendstunden auf, um der Schar der Kunden überhaupt Herr zu werden. Was mich persönlich besonders freut ist, dass nun gerade kleinere Fahrzeuge nachgefragt werden, die einen geringen Verbrauch haben, bei denen auch in der Produktion weniger Ressourcen verbraucht werden und die sich dank der Umweltprämie nun auch Leute leisten können, für die ein Neuwagen bisher nicht vorstellbar war. Mit einer im Vergleich zu anderen Konjunkturmaßnahmen geringen Beteiligung des Staates von 1,5 Milliarden EUR konnte die Automobilbranche spürbar belebt werden.

Leider ist schon jetzt absehbar, dass der „Topf“ für die Umweltprämie schon in ein paar Wochen erschöpft sein wird. Viele Verbraucher. die jetzt ein Fahrzeug bestellen und es erst in ein paar Wochen erhalten, werden vermutlich leer ausgehen. Der eine oder andere ist bei seiner Finanzierung sicherlich auf die Umweltprämie angewiesen . Letztlich wird die Nachfrage nach Fahrzeugen bei Erschöpfung des Budgets rapide nachlassen, noch bevor diese Maßnahme in der Automobilindustrie richtig angekommen ist. Einige Betriebe haben im Moment Kurzarbeit und sind von der Nachfrage überrascht.

Daher hier meine Vorschläge:

  • Für die Umweltprämie sind EUR 1,5 Milliarden budgetiert. Von den EUR 2.500 die über den Händler über die Umweltprämie fließen sind EUR 399,16 Umsatzsteuer, die dem Staat wieder zufließen.  Es wäre also möglich EUR 1,785 Milliarden an Umweltprämien auszuzahlen, um dennoch auf die budgetierten 1,5 Milliarden EUR zu kommen. Hierdurch könnten sogar 714.000 Verbraucher von der Umweltprämie profitieren.
  • Man könnte angesichts der nachgewiesenen Wirksamkeit dieser Konjunkturmaßnahme weiteres Geld zur Verfügung stellen, was natürlich erst kurz vor Ausschöpfung des „Topfes“ bekanntgegeben werden sollte, um die Nachfrage möglichst hoch zu halten.

Beste Grüße

Ihr Dennis Lorek

Sicherung/ Reservierung der Umweltprämie bei Bestellung eines Neuwagens vom Tisch

Inzwischen gibt es eine neue Richtlinie zur Förderung des Absatzes von Personenkraftwagen. Die von den Automobilverbänden geforderte Reservierung der Umweltprämie auf bestellte, aber noch nicht gelieferte Neufahrzeuge wird dabei nicht berücksichtigt und ist somit auch nicht möglich. Es kann also dazu kommen, dass man bei der Bestellung eines Fahrzeuges mit längerer Lieferzeit keine Umweltprämie mehr bekommt.

Das die Umweltprämie kommt wusste man bereits seit dem letzten Jahr, dennoch haben viele Automobilhersteller ihre Mitarbeiter in die Kurzarbeit geschickt, in einem Radiointerview auf NDR Info äußerte sich ein Sprecher von Volkwagen in etwa so, dass die Kurzarbeit Ende Januar beschlossen wurde und das ganze ein aufwändiger Prozeß sei, der in der kurzen Zeit nicht mehr zu ändern war. Gut, die erste Richtlinie wurde am 27.01.2009 erlaßen und wurde vorher ausführlich in den Medien dikutiert. Dass die Prämie für einen Nachfrageschub gerade bei kleinen Fahrzeugen sorgen dürfte, hatte sogar ich mit bloßem Menschenverstand bereits am 13.01.2009 eingeschätzt. Das wurde offenbar von den Profis in der Automobilindustrie etwas anders gesehen und erst einmal Kurzarbeit beantragt.

So, jetzt werden Staatsgelder ausgegeben, um den Autoabsatz anzukurbeln, die Autoindustrie nimmt jedoch jetzt Staatsgelder in Anspruch, um die Arbeiter die die nun tatsächlich nachgefragten Autos produzieren könnten über Kurzarbeit nach Hause zu schicken. Passt schon.

Auszahlung der Umweltprämie dauert, wann kann man mit der Auszahlung rechnen?

In einigen Kommentaren konnte man lesen, dass die Bearbeitung bzw. die Auszahlung der Umweltprämie ein Geduldsspiel ist. Einige Leute haben ihre Anträge per Einwurfeinschreiben verschickt, da von der Behörde von der Versendung per „echtem“ Einschreiben abgeraten wurde. Online ist offenbar auch nach einigen Tagen noch keine Zustellung feststellbar.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beschäftigt etwa 600 Mitarbeiter. Angenommen von diesen 600 Mitarbeitern bearbeiten 100 die Anträge auf Umweltprämie und jeder Mitarbeiter benötigt pro Fall etwa 10 Minuten, dann schafft jeder Mitarbeite pro Tag 8h x 60 / 10= 48 Anträge. Pro Arbeitstag könnten so von diesen 100 Mitarbeitern 4.800 Anträge bearbeitet werden. Vom 27.01.2009 bis zum 23.02.2009 (27 Tage, aber nur 20 Arbeitstage) sind insgesamt 112.889 Anträge eingegangen. Das sind pro Arbeitstag  5.644 Anträge. Das mach pro Tage einen Rückstand von (5.644- 4.800) 844 Anträgen. Multipliziert mit 20 Arbeitstagen könnte sich der Rückstand auf 16.880 Anträge belaufen.

Ich denke meine Annahmen sind schon sehr optimistisch gerechnet, vermutlich sind mit der Bearbeitung der Anträge weniger Leute beschäftigt, es ist schwer vorstellbar dass eine Behörde eine Kapazität von 17% der Belegschaft einfach so abstellen kann, die mit der Umweltprämie beschäftigten haben sicherlich vorher nicht den ganzen Tag in der Nase gebohrt. Auch die Bearbeitungszeit ist wahrscheinlich länger. Es müssen ja die Unterlagen geprüft, die Bankverbindung erfasst, die Unterlagen wieder zurückgeschickt und eventuelle Nachfragen getätigt werden. Angenommen die Behörde stellt tatsächlich nur 50 Bearbeiter ab, so würde sich der Rückstand bereits auf 3.244 Anträge pro Arbeitstag belaufen, insgesamt dann schon 64.880.

Mich wundert daher die offenbar recht lange Bearbeitungszeit nicht wirklich.

Umweltprämie reicht wohl keine 4 Monate mehr

Als ich am 05.02.09 den Beitrag über den Stand des Fördermitteltopfes für die Umweltprämie geschrieben habe, waren dort etwa 4.000 Anträge eingegangen. 6 Tage später sind es nun schon fast 40.000 Anträge. Gehen wir mal großzügig davon aus, dass etwa 35.000 Anträge pro Woche eingehen, so sind es (35.000 / 7 x 30 Tage) 150.000 Anträge pro Monat. Da der Topf zur Auszahlung bei etwa 600.000 Anträgen erschöpft ist, dürfte das (600.000 – 40.000 Anträge) / 150.000 = noch 3,73 Monate dauern.

Ich persönlich bin allerdings der Meinung, dass der Topf sogar noch eher erschöpft sein wird, da der Antrag erst bei Verschrottung des Alt- und Zulassung des Neufahrzeuges beantragt werden kann und hier zunächst offenbar nur Anträge für beim Händler sofort verfügbare Fahrzeuge gestellt worden sein können. Für Fahrzeuge mit Lieferzeit dürften daher noch kaum Anträge gestellt worden sein, so dass ich mit einer progressiven Steigerung des Antragseingangs in den nächsten Wochen rechne.

Wer einen Händler kennt oder selbst Händler ist und sofort lieferbare Fahrzeuge bis 15.000 EUR hat, darf hier gerne einen Kommentar hinterlassen.

Bekomme ich noch die Umweltprämie oder sind die Fördermittel bereits erschöpft

Da die Fördermittel für die Umweltprämie leider auf 1,5 Milliarden EUR begrenzt sind, kann es sein, dass nicht alle Antragsteller tatsächlich auch die Umweltprämie bekommen. Wieviele Anträge bei der Bafa bereits eingegangen sind kann man dieser Grafik hier entnehmen, die übrigens täglich aktualisiert wird, daher am besten den Artikel hier als Lesezeichen im Browser setzen.

Derzeit sind die Chancen noch gut, die Fördermittel auch tatsächlich zu bekommen. Allerdings kann man beim Autokauf das Fahrzeug nicht sofort mitnehmen, da die Auslieferung ein paar Wochen bis Monate dauern kann. Ich denke man wird erst in 2-3 Monaten einen rapiden Anstieg an Anträgen feststellen können.