Erfahrungen mit Kaffeepadmaschinen
Um gleich vorweg zu nehmen, mittlerweile stehen die von mir erworbenen Kaffeepadmaschinen alle im Keller. Nur bei einem Gerät lag das nicht an der Qualität des damit produzierten Kaffees.
Ich trinke meine Kaffee am liebsten schwarz, was den Nachteil hat, dass ein schlechter Kaffee auch genau so schmeckt. Diejenigen die ihren Kaffee mit Milch oder gar mit Milch und Zucker trinken haben vermutlich nicht ganz so hohe Anforderungen an den Kaffee.
Hier nun die einzelnen Geräte:
Philips Senseo
Quasi der Erfinder des Kaffeepads. Die Senseo Maschine ist recht einfach zu bedienen, Kaffeepad rein, warten bis das Wasser heiß ist und anschließend das Knöpfchen drücken. Der Kaffee von Douwe & Egberts ist geschmacklich gerade noch akzeptabel, dafür aber schlichtweg überteuert. Für 2 Päcken (36 kleine Tassen) dieser Sorte bekommt man ein Pfund Beste Bohne von Tchibo, welches für sehr viel mehr Tassen reicht. Mittlerweile gibt es die Kaffeepads auch von anderen Herstellern, ausprobiert wurden die Pads von Aldi, Jacobs und Tchibo, wobei die beiden erst genannten meiner Meinung nach einfach nur unterirdisch schmecken, die Tchibo Pads (Crema) hatten zwar Geschmack, aber das Mischungsverhältnis stimmt einfach nicht. Wer sein Leute mit Herzproblemen im Haus hat, sollte unbedingt nur ein Pad einlegen und die Taste für 2 Tassen drücken. Selbst mir war der Kaffee beim Drücken der Taste für einen Kaffee zu bitter, so dass ich noch etwa ein halbe Tasse manuell habe reinlaufen lassen. Das kann aber nicht Sinn der Sache sein und nervt auf Dauer. Kakaopads, Kakao/Kaffeepads, Espresso oder gar Cappuccinopads sind bei diesem System eher etwas für Masochisten. Da sollte man lieber zu Instandlösungen greifen, das ist billiger und schmeckt sogar besser, was schon etwas heißen will.
Tassimo
Zu diesem System mache ich es kurz und schmerzlos: Ich habe nur eine einzige Sorte gefunden, die den Begriff Kaffee auch tatsächlich verdient hat, die Sorte Carte Noire Petit Déjeuner, die es allerdings nicht im Handel sondern nur im Onlineshop von Tassimo gibt. Eine der schlimmsten Kaffeeerfahrungen hatte ich mit der Starbucks House Blend, schlimmer gehts nimmer. Der Kaffee schmeckt dermaßen säuerlich und holzig, dass ich ihn für ungenießbar halte. Die im normalen Einzelhandel erhältlichen Sorten sind zwar geschmaklich besser als Starbucks House Blend, aber meiner Meinung nach eher Muckefuck. Wirklich gut ist der Kakao von Suchard, die Milka Sorte fällt im Vergleich hierzu stark ab.
Es gibt noch Mischungen wie Latte Macchiato und Cappuccino, die auf jeden Fall besser sind als die Sachen aus den Senseo Mischungen, aber dennoch aufgrund des recht künstlichen Geschmacks, was meiner Meinung nach mit der verwendeten Milch zusammenhängt von einem entsprechenden Getränk beim Italiener meilenweit entfernt sind.
Bei diesem System ist jede Disc aus Plastik, die oben mit Metallfolie verschlossen ist. Aus ökologischer Sicht halte ich das für bedenklich.
Nespresso
Das Nespresso Gerät überzeugt. Die Kaffees sind durch die Reihe weg als sehr gut zu bezeichnen und stehen beim Vergleich mit dem entsprechenden Getränk beim Italiener in nichts nach. In einem Test mit diversen Kaffeevollautomaten den ich kürzlich gelesen habe, ließ das geteste Nespresso Gerät die zum Vergleich herangezogenen Kaffeevollautomaten hinter sich. Kann ich mir gut vorstellen, denn geschmaklich habe ich noch nichts besseres getrunken. Zur Erzeugung von Milchschaum gibt es als Zubehör einen speziellen Behälter, der das ganze vollautomatisch macht, einige Geräte haben die Möglichkeit zur Schaumerzeigung bereits eingebaut.
Ein riesige Nachteil an diesem System: Die Kaffeekapseln kann man ausschließlich über das Internet bestellen. Mal eben im Supermarkt vorbeifahren und Kapseln besorgen gibt es bei diesem System nicht. Das war mir leider beim Kauf nicht bewusst. Der Hersteller erzielt dadurch eine noch höhere Marge, da der Einzelhandel so nicht mitverdient, mir ist dass allerdings zu umständlich. Es dauert auch immer ein paar Tage bis die Bestellung eintrifft.
Bei diesem System ist jede Kapsel aus Metall, die oben mit Metallfolie verschlossen ist. Aus ökologischer Sicht halte ich auch das für bedenklich.
Kosten
Wenn man mal die Anschaffungskosten der jeweiligen Geräte außen vor lässt und nur den Kaffeepreis für einige Sorten auf den Preis für ein Pfund Kaffee (500g) hoch rechnet, wird erst deutlich, dass das Padgeschäft für den Hersteller recht lohnenswert sein muss:
- 500g Beste Bohne, zur Zeit 4,99 EUR, sonst 5,99 EUR
- Douwe & Egberts klassisch, 125g Inhalt, EUR 2,49, hochgerechnet auf 500g Kaffee EUR 9,96
- Tassimo T-Disc, Jacobs Krönung, 112g Inhalt EUR 3,99. Hochgerechnet auf 500g Kaffee EUR 17,81
- Nespresso gibt leider auf der Webseite keine Kaffeemenge an, sondern nur den Kapselpreis, der zwischen 0,33 EUR und 0,35 EUR liegt. Für den Preis von einem Pfund beste Bohne kann ich bei Nespresso im günstigsten Fall 18 Tassen Kaffee trinken.
Fazit
Wenn Kaffee zu solch hohen Preisen angeboten wird, dann muss er schon richtig gut sein. Außer beim Nespresso System sind die Preise für den Kaffee bei keinem System gerechtfertigt. Der Nachteil beim Nespresso System ist der recht hohe Preis pro Tasse und die fehlende Verfügbarkeit im Einzelhandel.
Wie eingangs beschrieben werden mittlerweile alle drei Systeme nicht mehr eingesetzt, wir sind auf Bodum + Beste Bohne umgestiegen. Mein Tipp für den perfekten Kaffeegenuß: Den Kaffee immer nur in ganzen Bohnen kaufen und erst kurz vor der Zubereitung mahlen.
Kommentare
One Kommentar zu “Erfahrungen mit Kaffeepadmaschinen”
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Hatte eigentlich darüber nachgedacht mir eine Senseo zu kaufen, aber nach der ganzen Rückrufaktion werde ich mich jetzt wohl für eine andere Entscheiden. Leider fällt mir da die Entscheidung schon ziemlich schwer, weil die Senseo eigentlich mein Favorit war. Kann mir jemand eine empfehlen?