Wahlkampf im Internet, Parteien mit Problemen
Der Wahlkampf findet mittlerweile auch im Internet statt. Bei Xing wurde dazu eingeladen die Parteien mit Ihrem Programm auf Herz und Nieren zu testen.
Sie fragen sich, welcher Politiker das schlüssigste Konzept für die Wirtschaft hat? Oder
welche Partei Ihre Stimme im kommenden September verdient? Jetzt haben Sie die
Chance, konkrete Antworten zu erhalten und mit XING-Mitgliedern zu diskutieren.
Ich habe mir die Gruppen der beiden großen Volksparteien SPD und CDU einmal angesehen und bin ehrlich gesagt ein wenig entstetzt.
In der SPD Gruppe haben offenbar einige Teilnehmer noch nicht mitbekommen, dass sich dort nicht nur Parteimitglieder aufhalten, sondern dass sich potentuelle Wähler informieren möchten. Zitat aus diesem Beitrag, bei dem es um Steinemeiers Deutschalndplan geht:
Hinterfragen, konstruktiv kritisieren, alles wirklich gut, richtig und wichtig…aber 50 Tage vor der Wahl sollten wenigstens die eigenen Genossen endlich hinter ihrem Kanzlerkandidaten Aufstellung nehmen. Weder Christdemokraten noch FDPler diskutieren und streiten öffentlich so kurz vor einer Wahl, die in unserem Fall beinahe schon an eine Entscheidungsschlacht um Leben und Tod (der Partei) erinnern könnte.
In einem anderen Beitrag stellte jemand sinngemäß fest, dass Steinmeier eine arme Sau sei, weil die Partei nicht genug hinter ihm stehe und einige befürchten nach einer Wahlniederlage im falschen Lager zu stehen. Ich erwiderte, dass er tatsächlich eine arme Sau sei, da er gegen Frau Merkel meiner Meinung nach chancenlos ist, es sei denn man würde Frau Merkel vorher noch beim Stehlen erwischen.
Das kam bei dem Moderator nicht ganz so gut an, der Beitrag wurde kurzerhand gelöscht.
Bei der CDU ist es auch nicht besser. Auf die Frage, was konkret mit dem Punkt aus dem Wahlprogramm “Für das Steuersystem gelten die Grundsätze: einfach, niedrig, gerecht” gemeint ist, fühlt sich zunächst niemand zuständig, auf Nachfrage wird dann auf das Wahlprogramm verwiesen bzw. man solle die Frage noch einmal über die Webseite der CDU stellen. Dann kann man sich die Diskussionsrunde bei Xing eigentlich auch sparen.
Die Idee mit den Wählern über Xing direkt in Kontakt zu treten finde ich richtig gut, die Umsetzung ist zumindest in den Foren die ich besucht habe eher mangelhaft. Ich würde mir wünschen, dass hier auch hochkarätige Parteimitglieder zu Ihren Programmen Stellung nehmen.
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