Archiv für den Monat: März 2010

Tipps die die Welt nicht braucht

Im Internet World Business Newsletter wird ja gerne mal Inhalte der Printausgabe aufgewärmt. So auch im heutigen Newsletter, es geht um die Erhebung der Telefonnummer bei einer Onlinebestellung.

Ulrich Hafenbradl von Trusted Shop warnt aus zweierlei Gründen davor unnötig die Telefonnummer zu erheben und diese zum Pflichtfeld bei einer Onlinebestellung zu machen. Zum einen sei die Kaufabbruchquote höher da zahlreiche Käufer den Bestellprozeß mangels Seriosität des Anbieters abbrechen. Ein Beleg für die Behauptung bleibt er jedoch schuldig, vielleicht ist es ja nur sein Bauchgefühl. Unseriös ist die Frage nach der Telefonnummer ganz und gar nicht, schließlich kann sich noch die eine oder andere Rückfrage zur Bestellung ergeben.

Zum anderen könne ein Verstoß gegen die Datenvemeidung nach §3a BDSG vorliegen. In einem ihm bekannten Fall hat der Händler die Telefonnummern auf die Paketaufkleber gedruckt. Ein Paket wurde beim Nachbarn abgegeben, der den eigentlichen Empfänger wiederum telefonisch belästigt habe. Hafenbrandl spricht hier, dass einige Versanddienstleister den Aufdruck der Telefonnummer auf dem Paket verlangen. Sorry, wir haben bereits mit GLS, DPD, Hermes, UPS und DHL versandt. Keiner dieser Anbieter verlangt im nationalen Versand den Aufdruck einer Telefonnummer auf dem Paketschein.

Hier werden wieder unnötig die Pferde scheu gemacht. Die Abfrage der Telefonnummer dient nicht nur der schnellen Kontaktaufnahme sondern ist bei Bestellungen per Rechnung oder Nachnahme auch ein sehr wichtiger Risikoindikator.

Motivationstraining

Man muss echt stark sein, wenn man sich das Video ohne zu lachen anschauen kann.

Ich dachte erst es sei eine neue Folge von Switch reloaded oder Dick und Doof in Farbe, ich fürchte aber die meinen das wirklich ernst.

social network marketing, was ist das

Xing ist ja häufiger reine Zeitverschwendung. Gerade im Bereich Internet-Marketing möchte sich der eine oder andere Forenteilnehmer profilieren, so dass es zu Endlosdiskussionen kommt, von denen keiner etwas hat, reine Zeitverschwendung halt.

Gerade heute meinte jemand in einer Diskussion auf den Begriff social network marketing hin zu optimieren, seine Seite ist derzeit auf Platz 3 bei Google, womit er nicht unzufrieden wäre. Ich frage mich: Wer gibt den Begriff denn bei Google ein? Vermutlich nur die Leute, die auf diesen Begriff optimieren.

Dieser ganze Social Media Hype nervt eigentlich nur noch und führt dazu, dass vielleicht gut nutzbare Dienste wie Twitter, Facebook oder auch Xing nur noch von Werbeleuten (neudeutsch: Marketers) zugemüllt werden. Als Beispiel wie erfolgreich Social Media Marketing sein kann wird dann gerne Dell genannt, die es tatsächlich geschafft haben über ihren Twitter Account für 3 Millionen Dollar Computer zu verhökern. Dass Dell aber über 60 Milliarden Dollar Gesamtumsatz macht und die Twittergeschichte also nur 0,0000gar nichts zu diesem Umsatz beiträgt wird dann gerne auch mal weggelassen.

Schiedsrichter Michael Kempter schwul oder gar homosexuell?

Lt. Wikipedia sind etwa 5% der Bevölkerung homsexuell. Bei 18 Vereinen in der Fussballbundesliga mit etwa 24 Spielern je Kader sind statistisch gesehen 21 schwul.

Wenn ich mir die Zugriffe auf diese Seite der vergangenen Tage so ansehe kommen derzeit viele Besucher über den Suchbegriff „Kempter schwul“ auf diese Seite. Sieht danach aus, als ob viele die Frage beschäftigt ob der Schiedsrichter Kempter nun homosexuell ist oder nicht.Sogar eine große Suchmaschine hat bereits reagiert und macht folgende Vorschläge:

Kempter_schwul

Timo Hildebrandt wird von Google auch als einer der Kandidaten gesehen, der sein Coming Out noch vor sich hat:

timo_hildebrandt_schwul

Hier mal die Vorschläge zu Oliver Kahn, eindeutig hetero:

Oliver_kahn_nicht_schwul

Ist denn Kempter nun schwul oder noch schlimmer, sogar homosexuell? Man darf durchaus mit dem Finger auf Michael Kempter zeigen, allerdings nur wenn er schlecht pfeift, alles andere ist seine Privatsache.

Hier noch ein interessanter Artikel.

CDU stellt Strafanzeige gegen unbekannt

Wie FAZ.net heute berichtet stellt der nordrhein-westfälische Landesverband der CDU Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Ausspähung und des Abfangens von Daten.

Was war passiert? Der amtierende Ministerpräsident von NRW, Jürgen Rüttgers hat im Jahr 2005 eine E-Mail von seinem Berater Boris Berger bekommen, in denen Rüttgers ein paar Tipps für eine bessere Selbstinszenierung gegeben wurden, die zum Teil von Rüttgers auch so umgesetzt wurden. Das Ganze wurde nun im Wir in NRW Blog veröffentlicht.

Berger ist übrigens derjenige, der im Wahlkampf vor 5 Jahren die SPD Oppositionsführerin Hannelore Kraft bespitzeln ließ. Wer sich den Focus Artikel mal genauer durchließt, wird feststellen, dass bereits im September 2009 E-Mails Bergers an die Öffentlichkeit gelangt sind. Wenn es der CDU mit der Strafanzeige also um Aufklärung geht, darf man sicher fragen, warum die Strafanzeige nicht schon vor einem halben Jahr gestellt wurde.

Springer Verlag möchte Geld von Google

Bei Suchanfragen zu aktuellen Themen streut Google gerne mal News-Artikel in die Ergebnissliste ein. Hierbei werden kleine Ausschnitte der entsprechenden Meldung angezeigt. Man kann auch explizit die Google Newssuche nutzen und bekommt dann nur noch News angezeigt.

Der Axel Springer Verlag ist nun der Meinung, dass Google für das Einblenden der Teasertexte Geld zahlen soll.

Hierzu muss man wissen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Besucher über genau diese Newsergebnisse auf die Seiten von Bild und Co. kommt. Als werbefrei kann man die Webseiten des Springerverlages auch nicht bezeichnen, insofern sollten sie eigentlich ein Interesse daran haben möglichst viele Besucher auf die Seiten zu bekommen.

Zusätzlich sollen auch gewerbliche Nutzer für das Speichern und Drucken der Inhalte zahlen. Als Beispiel wurde von Christoph Keese, dem Konzerngeschäftsführer Public Affairs eine Bank genannt, die sich auf den Besuch eines neuen Kunden vorbereite und hierzu Pressemeldungen über ihn sammele.

Hierzu soll ein entsprechendes Leistungsschutzrecht eingeführt werden.

Ich glaube nicht, dass wir ein besonderes Leistungsschutzrecht für Verlage brauchen. Wenn der Springer Verlag verhindern möchte, dass Google keine Inhalte mehr ohne Bezahlung darstellt, sollten Sie den Suchmaschinenriesen einfach von den eigenen Seiten verbannen. Ist nur ein winziger Eintrag in einer Datei namen robots.txt und Google nimmt nichts mehr von der Seite.

Auch gegen das kostenlose gewerbliche Nutzen gibt es auch jetzt schon eine Lösung: Nennt sich Benutzername und Passwort und lässt dann nur noch zahlende Nutzer die tollen spannenden Firmeninfos aus dem Springerverlag lesen.

Interessant finde ich allerdings die Aussage Keeses im Rahmen einer Disikussionsvernastaltung der Providerverbades Eco am 25.02.2010, Qualitätsjournalismus würde im Internet über Preisvergleichmaschinen, Partnerbörsen oder Reiseangebote sowie die Einnahmen aus dem Printgeschäft quersubventioniert.

Nehmen wir doch mal die Preisvergleiche. Der Preisvergleichsdienst Idealo gehört bekanntlich zum Springer Konzern. Würde nun ein Händler auf die Idee kommen von Idealo Geld für die in vielen Stunden mühsam aufbereiteten Artikelbeschreibungen zu nehmen? Tatsächlich ist es so, dass Idealo von den Händlern Geld dafür nimmt dort gelistet bzw. angeklickt zu werden. Kurzum die Händler zahlen für die Besucher die Idealo bringt Geld. Worüber regt sich Keese auf? Google macht das kostenlos.

Die Händler haben im Gegensatz zum Springer Konzern eine Möglichkeit gefunden den Traffic zu monetarisieren. Nur stumpf Werbung auf die Besucher rieseln zu lassen ist da sicherlich noch nicht der optimale Ansatz.