Archiv für den Monat: November 2011

Bisphenol in Kassenrollen

Wie eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie ergeben hat, enthalten Kassenrollen aus Thermopapier nicht nur Bisphenol A, es löst sich auf dem Papier sogar noch leichter als z.B. in Babyflaschen und Schnullern. Bisphenol A wird zur Herstellung von Kunststoffen verwendet und wird zum größten Teil über die Nahrung aufgenommen, da viele Verpackungen aus eben soclhen Kunststoffen hergestellt sind, z.B. die Innenlackierungen in Konservendosen. Bisphenol A wirkt bei der Aufnahme im Körper ähnlich wie das Hormon Östrogen. Hinsichtlich der Gefahr für Mensch und Umwelt wird kontrovers diskutiert, siehe hierzu z.B. den Wikipedia Eintrag oder die hier verlinkte Studie der dänischen Umweltbehörde, die von keiner Gefahr für Verbaucher und Kassierer ausgeht.

Aufgrund der Ergebnisse der Greenpeace Studie wurde nun vermehrt Thermopapier ohne Bisphenol A angeboten. Was nur die wenigsten wissen: Anstatt Bisphenol A enthält es dann Bisphenol S oder Bisphenol C. Beide Stoffe sind weit weniger erforscht als Bisphenol A, die Wikipedia Einträge deutlich kürzer bis gar nocht vorhanden, insofern ist die Risikoeinschätzung sehr viel ungenauer. Meiner Meinung nach macht der Einsatz von solchen Rollen genausoviel Sinn wie für einen Alkoholiker von Wodka auf Ouzo umzusteigen.

Seit kurzem sind nun bisphenolfreie Thermorollen erhältlich. Aufgrund der noch recht geringen Verbreitung sind sie leider ein bischen teurer als die Standardrollen. Allerdings sind diese neuen Rollen auch deutlich haltbarer: Die Papierhersteller geben auf  phenolfreie Bonrollen eine Garantie gegen Ausbleichen von 10 Jahren, bei Standadrollen sind es nur 5. Wer bisher also extra Long-Life Papier im Einsatz hatte, kann nun 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen und zahlt sogar geringfügig weniger als bisher.