Amoklauf in Baden-Württemberg – wie lässt sich so etwas verhindern

Zum dritten Mal seit 2002 ist es gestern zu einem Amoklauf an einer deutschen Schule gekommen, bei dem 15 Menschen ihr Leben ließen. Für Einzelheiten zu den Umständen empfehle ich die Webseiten der Tagesschau. Ich stelle mir dabei die Frage, wie man zukünftig solche Taten verhindern kann.

Ballerspiele

Unter anderem wurde bekannt, dass der Täter offenbar so genannte Ego Shooter gespielt hat, so dass auch erste Stimmen zum Verbot solcher Spiele laut wurden. Die Frage müsste aber eigentlich lauten: Welcher männliche junge Mensch unter 25 Jahren mit eigenem Computer hat ein solches Spiel noch nicht gespielt? Wie viele davon gehen später auf die Straße und laufen Amok? Es ist durchaus denkbar, dass solche Spiele sogar Amokläufe verhindert haben, da die eventuell vorhandenen Agressionen bei einem solchen Spiel vielleicht sogar abgebaut werden.

Wie wäre ein Verbot überhaupt durchsetzbar, man denke nur einmal an die vielen illegalen Filmkopien oder Musikstücke die dennoch weiterhin über das Internet getauscht werden.

Medien

Bei einigen Medien z.B. Bild.de, Bildzeitung hat es der Täter mit Foto auf die Titelseite geschafft und verschafft dem Täter genau die Aufmerksamkeit, die er sich vielleicht erhofft hat. Für potentielle Nachahmer durchaus ein Signal.

Umfeld

In der Vergangenheit wurden als Frühwarnsystem das Ernstnehmen der Hinweise von Mitschülern oder dem Umfeld genannt. Für den „Tippgeber“ immer auch eine Konfliktsituation, da ein Verrat am Freund begangen wird. Ich denke hier kann noch weiter aufgeklärt werden, dass man in einem solchen Fall die Polizei lieber einmal zu viel als einmal zu wenig informiert.

Der Amokläufer aus Baden-Württemberg war offenbar bisher absolut unauffällig, so dass dieses „Frühwarnsystem“ hier nicht gegriffen hat. In Köln hingegen konnte hierdurch jedoch ein Amoklauf verhindert werden.

Zugang zu Waffen

Ich war gerade ganz erstaunt als ich lesen musste, dass Sportschützen und Jäger ihre Waffen mit nach Hause nehmen dürfen, sofern die Waffen sicher aufbewahrt werden. In nahezu jedem kleinen Dorf gibt es einen Schützenverein, so dass man sich schnell vorstellen kann wie viele Schußwaffen im Umlauf sind. Der Fall von Baden-Würtemberg hat gezeigt, dass die strengen Vorschriften von einigen Waffenbesitzern recht lax gehandhabt werden. Aufgrund der Menge dürfte sich Kontrollen als kaum durchführbar erweisen. Meiner Meinung nach haben Schußwaffen nur in absoluten Ausnahmefällen etwas in Privaträumen zu suchen. Wozu braucht man, wie in diesem Fall die Eltern des Amokläufers 15 Schußwaffen im Haus?

Ich denke Schußwaffen dürften ein Schützenhaus außer zu Wettkämpfen einfach nicht verlassen.

Die Häufigkeit solcher Amokläufe in Deutschland im Vergleich mit den Vereinigten Staaten lässt eine Relation zu den im Umlauf befindlichen Waffen vermuten. Und tatsächlich gibt es eine Studie der Universität Wien hierüber, die im Blog von Oliver Ritter dargestellt wird, der sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt.