Warum muss man eigentlich immer erst klagen?

Manche Kunden sind recht seltsam. Bestellen gegen offene Rechnung Ware, werden prompt beliefert, zahlen dann die Rechnung nicht.  Soweit nichts Außergewöhnliches. Ich versende 2 Mahnungen und gebe das ganze nei Nichtzahlung anschließend ins Inkasso. So geschehen auch am 18.11.2010 für eine Forderung aus dem Juni 2010, dort wurden sogar 3 Mahnungen verschickt. Wenn dann einen Tag nach Schreiben des Inkassobüros plötzlich Bewegung in die Sache kommt und der offene Rechnungsbetrag direkt auf mein Konto gezahlt wird,  kenne ich die Argumentation in der Regel schon: Die Zahlung hat sich ganz „zufällig“ mit dem Schreiben des Inkassobüros überschnitten, die Inkassokosten soll ich mal schön selbst tragen. So oft wie das vorkommt habe ich langsam die Vermutung ich kann Gedanken übertragen. Immer wenn ich „Inkasso“ denke, überträgt sich das an den betreffenden Kunden und löst bei ihm eine unmittelbare Zahlreaktion aus;-)

Das Inkassobüro fragt dann bei mir an, ob ich bereit bin die entstandenen Inkassokosten selbst zu tragen oder ob ein Anwalt die Kosten einklagen soll. Ich habe mich wie immer für das Einklagen entschieden und auch da kam nach Zustellung des Klageschreibens durch das Gericht an den Schuldner erneut Bewegung in die Sache: der Kunde hat nun auch die Inkassokosten gezahlt, muss allerdings nun noch Gerichtskosten und Anwaltsgebühren aufbringen. Für mich ist das völlig unverständlich und absolut unnötig, es erst so weit kommen zu lassen. Das hat auch etwas mit Anstand zu tun.

Hinsichtlich des Ersatzes der Aufwendungen eines Inkassobüros durch den Schuldner gibt es reihenweise Urteile mit gegensätzlicher Auffassung. Der Tenor bei den Urteilen, die die Erstattung von Inkassokosten durch den Schuldner verneinen lautet, man hätte gleich einen Anwalt beauftragen können, das Inkassobüro kann rechtlich auch nicht mehr machen als der Gläubiger selbst. Das ist natürlich völliger Quatsch: Wenn ich mir die Menge der Kunden die trotz mehrerer Mahnungen durch uns erst durch die Aufforderung eines Inkassobüros zahlen, dann ist der Erfolg deutlich meßbar.

Kassenrollenwurf bei St. Pauli

Die Kassenrollenwürfe bei Sportveranstaltungen wurden in letzter Zeit immer mehr, so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis eine solche Kassenrollen nun einen Akteur am Kopf trifft.

Zum Glück für den Spieler war das nur eine kleine Kassenrolle. Bei einer Standardrolle mit 80mm Breite, wie sie an Tankstellen und Supermärkten zum Einsatz kommt wiegt hingegen etwa 360g und hätte deutlich größere Spuren hinterlassen.

Selbstklebende Bonrollen

Kassenrollen, die auf der Rückseite kleben kennt man, nennen sich Etiketten. Die gibt es als Einzeletikett und auch als Endlosetikett, dass dann vom Drucker in der benötigten Größe geschnitten wird. Das Probelm bei diesen Etiketten ist, dass sie zunächst auf einem Trägermaterial kleben und von diesem zu Benutzung abgelöst werden müssen. Für viele Anwendung eine gute Sache, für bestimmte Anwendungen jedoch zu umständlich. Es soll ja durchaus recht namhafte Coffeeshopketten geben, bei denen die an der Kasse bestellten Artikel mit einem Stift auf dem Becher geschrieben werden und dann dem Kaffeezubereiter hingestellt werden. Man stelle sich nun vor, die Kasse würde gleich einen kleinen Bon drucken, den man auf den Becher kleben kann und auf dem steht, welcher Artikel zubereitet werden soll. Übertragungsfehler sind dabei so gut wie ausgeschlossen.

Mittlerweile gibt es Bonrollen die auf der Rückseite beklebt sind, so dass man sie z.B. auf einen Kaffeebecher oder an eine Pinnwand in der Küche kleben kann. Der Vorteil dieser Etiketten ist, dass sie in einem normalen Bondrucker eingesetzt werden können, wie z.B. einen Bixolon SRP-350 oder einem Epson TM-T88 Re-Stick. Dadurch kann der Etikettendruck auch mit Geräten erfolgen, die normalerweise kein Etikettendruck unterstützen, zum Beispiel mit einem normalen Kassensystem. Die Bons sind wieder ablösbar und zwar auch so, dass keine Klebereste zurückbleiben. Es gibt diese selbstklebenden Thermorollen sowohl in 58mm Breite, als auch in 80mm Breits. Einen kleinen Nachteil haben die Rollen allerdings schon: Sie sind nicht ganz preiswert. Eine 58mm Rolle liegt bei rund 10 EUR netto, eine 80mm Rolle bei 13 EUR. Wenn die Rollen nicht günstiger werden, dürfte die Rollen es schwer haben. Bei einem Verbrauch von nur einer halben Rolle am Tag, belaufen sich die Kosten bereits auf 195 EUR pro Monat.

Olympia CM980F

Von Olympia gibt es in Kürze eine neue Kassenserie, die die Olympia CM650F bzw. Serd 650F ersetzen wird. Die neuen Kassen verfügen über 56 Artikeldirekttasten über die Artikel auf Knopfdruck erfasst werden können. Ferner sind Gruppentasten verfügbar, für den Fall, dass die Artikeldirekttasten nicht ausreichen. Eine einer Gruppe zugeordneter Artikel wird durch drücken der Gruppentaste im Bildschirm angezeigt und kann so ausgewählt werden. Es ist also nicht erforderlich die Artikelnummer zu kennen. Selbstverständlich hat die neue Olympia CM980F auch Funktionen wie Tische splitten, Tische umbuchen oder das Drucken eines Bewirtungsbeleges. Die Olympia CM980F Kasse kann bis zu 20.000 Artikel verwalten und wird mit einem Dallasschloß ausgeliefert. Hierbei handelt es sich um ein Magnetschloß. Die Schlüssel hierfür sind einzeln codiert und existieren nur ein einziges Mal. Die Bediener können sich durch schlichtes Auflegen des Schlüssels an der Kasse anmelden und ihre Bestellung erfassen. Durch Abziehen des Schlüssels wird der Kassiervorgang beendet und die Orderbons werden gedruckt.

Bisphenol in Kassenrollen

Wie eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie ergeben hat, enthalten Kassenrollen aus Thermopapier nicht nur Bisphenol A, es löst sich auf dem Papier sogar noch leichter als z.B. in Babyflaschen und Schnullern. Bisphenol A wird zur Herstellung von Kunststoffen verwendet und wird zum größten Teil über die Nahrung aufgenommen, da viele Verpackungen aus eben soclhen Kunststoffen hergestellt sind, z.B. die Innenlackierungen in Konservendosen. Bisphenol A wirkt bei der Aufnahme im Körper ähnlich wie das Hormon Östrogen. Hinsichtlich der Gefahr für Mensch und Umwelt wird kontrovers diskutiert, siehe hierzu z.B. den Wikipedia Eintrag oder die hier verlinkte Studie der dänischen Umweltbehörde, die von keiner Gefahr für Verbaucher und Kassierer ausgeht.

Aufgrund der Ergebnisse der Greenpeace Studie wurde nun vermehrt Thermopapier ohne Bisphenol A angeboten. Was nur die wenigsten wissen: Anstatt Bisphenol A enthält es dann Bisphenol S oder Bisphenol C. Beide Stoffe sind weit weniger erforscht als Bisphenol A, die Wikipedia Einträge deutlich kürzer bis gar nocht vorhanden, insofern ist die Risikoeinschätzung sehr viel ungenauer. Meiner Meinung nach macht der Einsatz von solchen Rollen genausoviel Sinn wie für einen Alkoholiker von Wodka auf Ouzo umzusteigen.

Seit kurzem sind nun bisphenolfreie Thermorollen erhältlich. Aufgrund der noch recht geringen Verbreitung sind sie leider ein bischen teurer als die Standardrollen. Allerdings sind diese neuen Rollen auch deutlich haltbarer: Die Papierhersteller geben auf  phenolfreie Bonrollen eine Garantie gegen Ausbleichen von 10 Jahren, bei Standadrollen sind es nur 5. Wer bisher also extra Long-Life Papier im Einsatz hatte, kann nun 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen und zahlt sogar geringfügig weniger als bisher.

Lohnt sich ein Supreme Shop?

Derzeit promoted Supreme sein neues Onlineshop System ohne monatliche Fixkosten. Supreme sind die mit den tollen Ebay Auktionsvorlagen. Der Shop soll innerhalb von 20 Minuten fertig eingerichtet sein. Ich bin davon überzeugt, dass der Shop rein optisch einiges hermacht, ehrlich gesagt habe ich ihn mir nur ganz kurz einmal angesehen, sah nett aus. Das System dürfte allerdings nur für absolute Neueinsteiger interessant sein, erfolgreiche Shops werden vermutlich recht schnell wieder wechseln. Der Grund liegt in der meiner Meinung nach völlig überzogenen Gebührenstruktur. Supreme möchte 3% des Bruttoumsatzes als Gebühr. Gemeint ist hier natürlich der Bruttoumsatz inklusive der Versandkosten. Erstattungen der Gebühren sind z.B. bei Retouren durch den Kunden nicht möglich. Aus den AGB von Supreme geht leider nicht ganz genau hervor, ob in den Gebühren bereits die Umsatzsteuer enthalten ist oder ob sie zu den 3% hinzugerechnet wird. Gerade der Online Handel im Textilbereich, der mit hohen Retourenquoten zu kämpfen hat, wird sich schwer mit dieser Regelung tun.

Lässt man die Retourenquote einmal außen vor, dann summieren sich die Gebühren bei einem Shop mit 50.000 EUR Monatsumsatz bereits auf satte 18.000 EUR pro Jahr. Im Unterschied zu Plattformprovisionen wie z.B. ebay oder amazon stellt supreme hier lediglich ein Shopsystem zur Verfügung, bringt aber selbst keinen einzigen Kunden in den Shop, daher muss es sich auch mit anderen Shopsystemen vergleichen lassen. In der Preislage kenne ich nicht viele…

Neues Urheberrecht für Verlage

Im Rahmen einer Veranstaltung des Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger stellte Angela Merkel ein neues Urheberrecht für Verlage in Aussicht, das so genannte Leistungsschutzrecht. Das Leistungsschutzrecht soll die Online-Angebote der Zeitungen vor gewerblicher Nutzung durch andere – etwa durch Suchmaschinen – schützen. Den Verlegern schwebt eine Gebühr für die gewerbliche Nutzung ihres Onlineangebotes vor.

Die Lösug dürfte ganz sicher kein neues Gesetz sein. Sofern die Verlage ihr Angebot kostenpflichtig anbietenmöchten, haben Sie bereits jetzt die Möglichkeit den Zugang zu Ihren Artikeln auf registrierte Nutzer einzuschränken. Ferner ist es auch jetzt schon möglich Suchmaschinen von der Nutzung des eigenen Online Angebotes auszuschließen. Hierzu ist lediglich eine Datei unter dem Namen robots.txt auf dem Webserver abzulegen und dort

User-agent: *
Disallow: /

einzutragen. Es lassen sich hierüber auch ganz gezielt Inhalte ausschließen z.B. nur bestimmte Verzeichnisse oder bestimmte Artikel.

Da die technischen Möglichkeiten zur Umsetzung der Forderungen der Verlage bereits vorhanden sind, jedoch von diesen nicht ausreichend genutzt werden, muss man sich die Frage stellen warum das so ist und warum die Bundesregierung hier ein neues Gesetz in Aussicht stellt.

Weiter hat sie sich zu der Smartphone App der Tagesschau geäußert: „Private Medienunternehmen brauchen genügend Spielraum, ihre Investitionen müssen sich rechnen…Das ist auch bei den Smartphone-Applikationen immer wieder abzuwägen.“ Derzeit klagen 8 Zeitungsverlage gegen die Tagesschau App. Sie sehen das Gratisangebot als unzulässige Konkurrenz zu den sich durch Werbung refinanzierenden Angeboten der Verlage.

Mittlerweile sind ja auch Smartphones als neuartige Rundfunkggeräte von der Rundfunkgebührenpflicht erfasst. Wer also weder Fernseher noch Radio besitzt und nur ein Smartphones muss Rundfunkgebühren entrichten. Insofern ist es nur logisch und konsequent, dass auch für solche Geräte ein entsprechendes Programm durch die öffentlich rechtlichen bereitsgestellt wird. Ganz unabhängig davon scheint das Geschäft mit kostenpflichtigen Apps so schlecht nicht zu laufen, immerhin liegt die Bild App seit Monaten ganz weit vorne in App Charts.

Explosion im franzöischen Atomkraftfwerk (AKW) Marcoule

Wie eben bei n-tv und anderen Nachrichtensendern gemeldet, hat sich im südfranzösischem bereits stillgelegtem AKW Marcoule eine Explosion ereignet. Der Austritt von Radioaktivität ist nicht auszuschließen. Ein Mensch kam bei der Explosion ums Leben, vier Menschen wurden verletzt.

Vor ein paar Monaten ist Deutschland angesichts des Atomausstiegs von den Franzosen noch etwas belächelt worden. Hoffentlich findet auch dort ein Prozeß des Umdenkens statt.

Renteineintrittsalter 69?

Die Wirtschaftsweisen empfehlen das Renteneintrittsalter zukünftig auf 68 oder 69 Jahre anzuheben. Nur so seien die Staatsschulden in Schach zu halten. Meldung von Tagesschau.de.

Diese Meldung beschäftigt viele Leser von tagsschau.de, wie man an den zahlreichen Kommentaren feststellen kann. Es wird hauptsächlich bemängelt, dass es schon jetzt schwer bis unmöglich ist mit 50 einen Arbeitsplatz zu bekommen oder das bestimmte Berufe z.B. der des Bauarbeiters mit 69 Jahren nicht mehr leistbar sind und das die Politik die Realitäten am Arbeitsmarkt verkennt.

Ganz so weltfremd würde ich die Politik nicht einschätzen. Durch die Statistiken der Arbeitsämter lässt sich recht genau feststellen, welche Altersgruppe gute Chancen auf einen Arbeitsplatz hat und welche nicht. Meiner Meinung nach kann das Ziel der Politik aufgrund der Realitäten am Arbeitsmarkt gar nicht sein die Leute tatsächlich länger arbeiten zu lassen, sondern die Intension ist die, das Rentenniveau durch die erhebliche Abschläge bei einem vorzeitigen Renteneintritt weiter und vor allem dauerhaft zu senken.

Was spricht dagegen parteiübergreifend nach der besten Lösung für Deutschland zu suchen (und bitte die Parteizugehörigkeit am Eingang abgeben, sonst wird das wieder nur Gemurkse), als immer wieder am Renteneintrittsalter oder am Beitragssatz herum zu frickeln. Und bitte, bitte nicht wieder sagen, es sei kein Systemwechsel finanzierbar….nach der Bankenkrise glaubt das sowieso keiner mehr.