Private Krankenversicherung – ein Erfahrungsbericht

Seit ein paar Jahren bin ich nun in einer privaten Krankenversicherung. Letztlich stand ich vor der Wahl, entweder als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben oder eben in die private Versicherung zu wechseln.

Für die private Versicherung sprachen die besseren Leistungen bei einem geringeren Beitrag, der im Gegensatz zur GKV (gesetzliche Krankenversicherung) unabhängig vom Einkommen erhoben wird. Ich habe mich dann für die Hanse Merkur als Versicherer entschieden. Leider litt ich unter Heuschnupfen, so dass im Rahmen einer Gesundheitsprüfung ein Risikozuschlag hinzukam. Beim Heuschnupfen bin ich zwar seit Jahren beschwerdefrei, der Zuschlag bleibt jedoch.

Die vertraglichen vereinbarten Leistungen wurden von meiner Krankenversicherung bisher immer sofort erbracht. Beitragserhöhungen hat es zwischenzeitlich auch ergeben, diese hielten sich jedoch in Grenzen.

Die häufig genannte bevorzugte Behandlung als Privatpatient kann ich nur bestätigen. Man bekommt schneller Termine (auch im Krankenhaus) und wird großzügig mit Medikamenten versorgt. Gerecht finde ich das sicherlich nicht, gewehrt habe ich mich allerdings auch nicht dagegen. Bei der Versorgung hat man bei dem einen oder anderen Arzt das Gefühl sogar etwas überversorgt zu werden. Man könnte denken, dass die schlechte Bezahlung für die Tätigkeiten an gesetzlich Versicherten durch unnötige zusätzliche Untersuchungen bei den Privatpatienten wieder ausgeglichen werden soll. Kann ich zwar schon nachvollziehen, Ärzte sind eben auch Unternehmer, allerdings wünsche ich mir von meiner Krankenversicherung auch eine Beitragsstabilität.

Stichwort Beitragsstabilität: Eine Bekannte hat bei der Inter Krankenversicherung im Jahr 2005 mit einem Beitrag von 350 EUR angefangen, durch jährliche Erhöhungen ist sie mittlerweile bei 510 EUR pro Monat, das sind 11,43% pro Jahr.  Das spricht für einen schlecht kalkuierten Tarif. Da solche Erhöhungen bis zum Rentenalter eigentlich gar nicht darstellbar sind, wechselt sie jetzt zu einer Gesellschaft mit einer stabilen Beitragshistorie. Bei einigen guten Tarifen liegen die Erhöhungen sogar unter der Inflationsrate innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren, so dass die Beiträge sogar inflationsbereinigt von Jahr zu Jahr geringer werden.

Einige Krankenversicherer schließen gelegentlich ihre Tarife, was bedeutet, dass keine neuen jungen, gesunden Beitragszahler mehr hinzukommen und der Tarif dadurch immer teurer wird. Nach einem Bericht des Focus hat z.B. die Allianz so verfahren. In einem solchen Fall kann man in einen anderen Tarif der Gesellschaft wechseln.

Leider ist der Markt der privaten Krankenversicherungen mit der Vielzahl an unterschiedlichen Tarifen so undurchsichtig, dass man ohne Expertenhilfe eigentlich keine richtige Entscheidung treffen kann. Die Vermittlung von privaten Krankenversicherungen ist ein sehr lukratives Geschäft. Das Problem: Die so genannten Experten werden von den Versicherungen für die Vermittlung bezahlt, insbesondere die Ausschließlichkeitsvertreter, also diejenigen, die nur für eine Gesellschaft arbeiten können Ihnen nur die Produkte der eigenen Gesellschaft anbieten. Am besten ist es sich einen Versicherungsberater zu suchen. Dieser bekommt von Ihnen direkt ein vereinbartes Honorar, so kann er Ihnen z.B. auch einen günstigen Direktversicherer empfehlen, der vielleicht gar keine Vermittlungsprovisionen an Makler zahlt.

Bei einem Makler kann man schwer einschätzen, mit wie vielen Versicherern dieser zusammenarbeitet, sind das nur ein paar wenige, so kann es sein, dass der für Sie günstigste Tarif nicht dabei ist.

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