Springer Verlag möchte Geld von Google

Bei Suchanfragen zu aktuellen Themen streut Google gerne mal News-Artikel in die Ergebnissliste ein. Hierbei werden kleine Ausschnitte der entsprechenden Meldung angezeigt. Man kann auch explizit die Google Newssuche nutzen und bekommt dann nur noch News angezeigt.

Der Axel Springer Verlag ist nun der Meinung, dass Google für das Einblenden der Teasertexte Geld zahlen soll.

Hierzu muss man wissen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Besucher über genau diese Newsergebnisse auf die Seiten von Bild und Co. kommt. Als werbefrei kann man die Webseiten des Springerverlages auch nicht bezeichnen, insofern sollten sie eigentlich ein Interesse daran haben möglichst viele Besucher auf die Seiten zu bekommen.

Zusätzlich sollen auch gewerbliche Nutzer für das Speichern und Drucken der Inhalte zahlen. Als Beispiel wurde von Christoph Keese, dem Konzerngeschäftsführer Public Affairs eine Bank genannt, die sich auf den Besuch eines neuen Kunden vorbereite und hierzu Pressemeldungen über ihn sammele.

Hierzu soll ein entsprechendes Leistungsschutzrecht eingeführt werden.

Ich glaube nicht, dass wir ein besonderes Leistungsschutzrecht für Verlage brauchen. Wenn der Springer Verlag verhindern möchte, dass Google keine Inhalte mehr ohne Bezahlung darstellt, sollten Sie den Suchmaschinenriesen einfach von den eigenen Seiten verbannen. Ist nur ein winziger Eintrag in einer Datei namen robots.txt und Google nimmt nichts mehr von der Seite.

Auch gegen das kostenlose gewerbliche Nutzen gibt es auch jetzt schon eine Lösung: Nennt sich Benutzername und Passwort und lässt dann nur noch zahlende Nutzer die tollen spannenden Firmeninfos aus dem Springerverlag lesen.

Interessant finde ich allerdings die Aussage Keeses im Rahmen einer Disikussionsvernastaltung der Providerverbades Eco am 25.02.2010, Qualitätsjournalismus würde im Internet über Preisvergleichmaschinen, Partnerbörsen oder Reiseangebote sowie die Einnahmen aus dem Printgeschäft quersubventioniert.

Nehmen wir doch mal die Preisvergleiche. Der Preisvergleichsdienst Idealo gehört bekanntlich zum Springer Konzern. Würde nun ein Händler auf die Idee kommen von Idealo Geld für die in vielen Stunden mühsam aufbereiteten Artikelbeschreibungen zu nehmen? Tatsächlich ist es so, dass Idealo von den Händlern Geld dafür nimmt dort gelistet bzw. angeklickt zu werden. Kurzum die Händler zahlen für die Besucher die Idealo bringt Geld. Worüber regt sich Keese auf? Google macht das kostenlos.

Die Händler haben im Gegensatz zum Springer Konzern eine Möglichkeit gefunden den Traffic zu monetarisieren. Nur stumpf Werbung auf die Besucher rieseln zu lassen ist da sicherlich noch nicht der optimale Ansatz.