Archiv der Kategorie: Betriebswirtschaft

Betriebswirtschaftliche Themen, nicht nur für Shopbetreiber

Umsatzsteuerliche Behandlung von Adsense Einnahmen

Vielleicht verdient sich ja nun durch Adsense für geparkte Domains der eine oder andere ein paar Euro hinzu. Dieser Artikel beschreit, wie Einnahmen aus dem Google Adsense Programm umsatzsteuerlich zu behandeln sind.

Bei der Erzielung von Adsense Einnahmen erbringt man eine sonstige Leistung. §3 Abs.9 UStG

Grundsätzlich wird die sonstige Leistung an dem Ort ausgeführt, von dem der Unternehmer sein Unternehmen betreibt. §3 a Abs.1 UStG

Ist nun der Leistungsempfänger (Google) ein Unternehmer und die Leistung eine Katalogleistung des §3a Abs.4 UStG (unter anderem auf elektronischem Weg erbrachte Leistungen), wird die sonstige Leistung dort ausgeführt, wo der Empfänger (Google) sein Unternehmen betreibt §3a Abs.3 UStG, also im Ausland.

Google verwendet als Nachweis dafür, dass es sich um ein Unternehmen handelt ein Umsatzsteueridentifikationsnummer. Sie beginnt mit EU, solche Nummern erhalten nur Steuerschuldner aus Drittländern, z.B. Amerika.

Nach § 13b Abs.1 Nr.1 UStG schuldet der Leistungsempfänger (Google) die Umsatzsteuer auf die sonstige Leistung eines im Ausland ansässigen Unternehmers. Google unterliegt zwar den irischen Umsatzsteuerrecht, eine entsprechnde Vorschrift gibt es auch in Irland.

Das heißt im Klartext, Google schreibt eine Gutschrift ohne Umsatzsteuer und führt die darauf entfallende Umsatzsteuer in Irland an das Finanzamt ab.

Google kann gemäß § 15 Abs.1 Nr. 4 UStG die einbehaltene Steuer als Vorsteuer von der Steuerschuld abziehen, so dass letztendlich für Google keine Umsatzsteuer zu zahlen ist. (entsprechende Vorschrift gibt es europaweit)

Die Adsense Einnahmen sind also eine nicht steuerbare Einnahme. Das entsprechende (Datev) Sachkonto im SKR 03 ist 8337 „Erlöse aus Leistungen, für die der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer nach § 13b UStG schuldet“

An das Bundesamt für Finanzen ist nichts zu melden. Die Buchung erfolgt auf einem separatem Konto, damit eine automatische Zuordnung zur Zeile 53 der Anlage UR erfolgen kann.

Lohnt sich wer liefert was?

Wer liefert was bezeichnet sich selbst als Lieferantensuchmaschine, nein, eigentlich sogar als „die Lieferantensuchmaschine“.

Im Grunde ist es allerdings keine echte Suchmaschine sondern ein Verzeichnis mit Suchfunktion. Neue Webseiten werden von WLW nicht gecrawled. Das Verzeichnis von wlw ist mit etwa 830.000 Seiten im Googleindex vertreten. Echte Suchmaschinen schließen die Indexierung der eigenen Suchergebnisseiten aus.

Um bei Wer liefert was gelistet zu werden bedarf es einer Anmeldung. Es gibt derzeit auch eine kostenlose Variante, bei der man allerdings nur den Namen des Ansprechpartners und die Telefonnummer veröffentlichen kann. Einen Link zur eigenen Seite und die E-Mailadresse kann man ab dem Basiseintrag hinterlegen, den es ab EUR 48,– pro Monat. Die Links sind nicht mit nofollow gekennzeichnet.

Wer sich ein bisschen mit den Google Richtlininen auskennt, bei dem dürften spätestens jetzt die Alarmglocken läuten. Wenn ich jemandem Geld dafür gebe, dass er einen Backlink auf meine Webseite setzt, verkaufe ich demnach Links. Google findet das natürlich nicht so toll und hat diesem Problem sogar einen eigenen Artikel gewidmet.

Wer liefert was hat nach eigenen Angaben pro Jahr 22 Millionen Visits und 1,5 Millionen Entscheider suchen monatlich über wlw. Rechnen wir mal nach: 1,5 * 12 Monate = 18 Millionen.  Ich gehe mal davon aus, dass die Differenz die Mehrfachbesuche von Entscheidern sind.

Wenn ich mir jetzt überlege, dass die Abfrage site:wlw.de bei Google die oben bereits erwähnten 830.000 Seiten ausgibt, dann relativieren sich die Visits auch schon wieder. Teilen wir mal die 1,5 Millionen durch 830.000 erhalten wir einen Wert von 1,807. Im Durchschnitt wird also jede Webseite von wlw pro Monat von 1,807 unterschiedlichen Besuchern aufgerufen. Eine Seite von wlw enthält allerdings mehr als eine Firma. Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich einen Kontakt über wlw zu generieren ist daher meiner Meinung nach sehr gering.

Man muss natürlich berücksichtigen, dass der o.g. Wert den Durchschnitt über alle Seiten angibt. Diese Gleichverteilung ist natürlich nicht realistisch, es gibt mit Sicherheit Seiten, die sehr viel häufiger aufgerufen werden, aber andersherum auch Seiten die noch sehr viel seltener aufgerufen werden.

Lohnt sich denn nun ein Eintrag bei wlw? Ich denke der kostenfreie Eintrag kann nicht schaden, ich denke allerdings schon, dass wlw die kostenfreien Einträge gerne in kostenpflichtige Umwandeln möchte, Kontaktaufnahme durch wlw halte ich daher für sehr wahrscheinlich. Von den kostenpflichtigen Angeboten würde ich im Moment abraten, da die Links nicht durch ein nofollow Attribut gekennzeichnet sind. In den Google Webmastertools gibt es zum Melden von gekauften Links extra ein eigenes Formular, was sollte also die Wettbewerber davon abhalten die unliebsame Konkurrenz anzuschwärzen.

Selbst wenn die Backlinks auf nofollow gesetzt würden halte ich einen Eintrag nur für sehr margenstarke Bereich für lohnend. Ein Eintrag kostet pro Jahr mindestens EUR 576,00. Aufgrund der sehr geringen Zahl an zu erwartenden Kontakten die für dieses Geld generiert werden, lohnt es sich aus meiner Sicht  nur, wenn die Kosten bereits nach dem ersten erfolgreichen Geschäft amortisiert sind.

Im Abakus Forum wurde bereits über den Sinn von wlw diskutiert, hierbei kommen auch zwei wlw Mitarbeiter zu Wort.

Behandlung von Geschenkgutscheinen

Durch die korrekte Aufzeichnung von ausgegebenen Geschenkgutscheinen lässt sich zwar grundsätzlich keine Steuer sparen, allerdings wird diese zinslos gestundet.

Beim Verkauf von Geschenkgutscheines fällt zunächst keine Umsatzsteuer an, da hier noch keine konkrete Leitung vereinbart wird. Dies gilt allerdings nur, wenn der Gutschein über einen bestimmten Geldbetrag lautet, der zur Einlösung aus dem Warensortiment des Verkäufers genutzt werden kann. Die Gutscheine sind in der Bilanz als Verbindlichkeit auszuweisen, da Sie in dieser Höhe noch eine Verpflichtung gegenüber ihren Kunden haben. Die ausgegebenen Gutscheine verändern Ihren Gewinn hingegen nicht. Der Gewinn wird erst realisiert, wenn der Gutschein eingelöst wird. Steuer  wie z.B. Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer werden also erst bei Einlösung des Gutscheins ausgelöst.

Angenommen Sie verkaufen im Jahr für EUR 20.000 Geschenkgutscheine, es werden davon aber in diesem Jahr nur 12.000 EUR eingelöst, so ist auf die verbleibenden 8.000 EUR noch keinerlei Steuer zu zahlen.

Shopsiegel wie TrustedShop und saferpay sinnvoll?

Shopsiegelanbieter werben damit, dass sich durch das Siegel die Konversionsrate bei Online-Shops erhöht. Die Konversionsrate ist der Anteil an Käufern im Verhältnis zu den Besuchern des Shops. Wenn Sie täglich 100 Besucher auf Ihrer Shopseite haben und jeweils 2 Verkäufe tätigen, ist Ihre Konversionsrate 2%. Wenn Sie die Konversionsrate auf 3% erhöhen können, erzielen Sie mit der gleichen Anzahl an Besuchern einen höheren Umsatz.

Der Marktführer TrustedShop wirbt außerdem damit, dass nahezu die Hälfte der Teilnehmer an einer Umfrage deren Siegel kennen. Nun muß man dazu erwähnen, dass diese Online Umfrage mit 1.016 Befragten von der GfK im Auftrag von Trusted Shop durchgeführt wurde. Mich hätte ein anderes Ergebnis daher schon gewundert.

Lt. Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) soll es 50.000 Online Shops geben. Das Trusted Shop Siegel tragen gerade einmal 3.000 Shops und das als Marktführer. Da kann sich jeder seinen Teil zur Bekanntheit des Siegels bei den Kunden der Onlineshops denken.

Das Problem hinsichtlich der Steigerung der Konversionsrate ist die kaum feststellbare Ursache. Ein Onlineshop unterliegt einem ständigen Wandel. Diese Veränderungen haben ebenfalls einen starken Einfluß auf die Konversionsrate. Beispiele wären z.B. Einführung neuer Produkte, Preisänderungen, verbesserte Artikelbeschreibung, versandkostenfreie Lieferung ….. Das die Siegelanbieter das Siegel als Ursache sehen, kann ich denen noch nicht einmal verübeln, man würde es vielleicht auch so machen.

Höchstwahrscheinlich erhöht ein Shopsiegel aber tatsächlich die Konversionsrate. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde durch ein Siegel vom Verkauf abgehalten wird ist wohl eher gering, dass der eine oder andere Kunde seine Bestellung vom Vorhandensein eines Siegels abhängig macht ist anzunehmen.

Damit sich ein Siegel für einen Shopbetreiber lohnt, muss die Konversionsrate mindestens so stark steigen, dass die Gebühren für das Siegel wieder verdient werden.

Wer nun seine Hausaufgaben gemacht hat und ein paar Kennzahlen gesammelt hat, kann die mindestens zu erzielende Konversionsrate mit folgender Formel ermitteln:

Siegelkosten
————————– : 100 + alte Konversionsrate
durchschn. Gewinn pro Verkauf

Hierzu ein Beispiel:

Siegelkosten 59,00 EUR
———————-  : 100 + 2% (alte Konversionsrate) =2,059
10 EUR Gewinn pro Verkauf