Archiv der Kategorie: Marketing

Servicenummern die keine sind

Mittlerweile haben sich viele Inhaber von Telefonanschlüssen für eine Flatrate entschieden, aber selbst ohne Flatrate lassen sich auch Ferngespräche für wenig Geld führen. So verwundert es mich, dass immer mehr Anbieter eine sogenannte Servicenummer aus dem Bereich 0180 verwenden, um mit ihrem Kunden zu kommunizieren. Bei Strato ist das zum Beispiel so, dass Kunden für die kleineren Angebote eine 01805 Nummer wählen müssen (0,14 Cent je Minute), bei der Bestellung eines Webservers hingegen eine kostenlose 0800 Nummer anbieten.

Die 0180 Servicenummern wurden in 1990er Jahren als besonders günstige Servicenummern eingeführt. Seinerzeit kostete ein Ferngespräch gerne mal 30 Cent pro Minute.

Warum steigt also die Zahl der 0180 Nummern, könnte man doch einfach eine normale Telefonnummer anbieten, die für den Kunden in der Regel günstiger wäre.? Dafür gibt es 2 Gründe: Zum einen erhalten die Anbieter so genannte „Werbekostenzuschüsse“ in Höhe von bis zu 6 Cent pro Minute. Aus meiner Sicht eine verdeckte Gebührenbeteiligung, was aber unter der Bezeichnung wohl nicht zulässig wäre. Wenn man sich allerdings den Verdienst je Stunde ausrechnen würde käme man auf 0,06 Cent * 60 Minuten = 3,60 EUR je Stunde. Davon lässt sich vermutlich kein Call Center Agent bezahlen. Ruft man allerdings bei einer solchen Hotline mal an, muss man sich häufig durch ein Telefonmenü durchhangeln und hängt anschließend nicht selten in einer Warteschleife. Steuere ich die Anrufe nun so, dass etwa 50% der Gesprächszeit in der Sprachsteuerung oder Warteschleife verbracht werden und die anderen 50% für Gespräche von Mensch zu Mensch verbracht werden, reduzieren sich auch die Personalkosten um die Hälfte.

Hierzu mal zwei Eindrücke von mir:

  • Ich bin noch nie so oft aus der Leitung geflogen, wie bei 0180 Nummern. Insbesondere bei einem großen deutschen Hostinganbieter bei dem ich mal Kunde war ist mir das aufgefallen. Man quält sich durch das Telefonmenü, hängt lange in der Warteschleife und beim Verbindungsversuch mit einem Menschen macht es Klick und ein Besetztzeichen ertönt.
  • Vor ein paar Tagen habe ich den Support von Canon angerufen, da ertönte (nach dem obligatorischem Sprachmenü) am anderen Ende der Leitung eine Stimme die zwar sehr gut deutsch sprach, allerdings mit einem tschechischem Akzent. Mich würde also nicht wundern, wenn ich mit meinem Anruf in Prag gelandet bin, wo bekanntlich das Lohnniveau etwas niedriger als in Deutschland ist. Falls das hier jemand von Canon liest: Mehr als eine Vorgangsnummer habe ich bei meiner Anfrage vor ein paar Wochen nicht bekommen, das Problem wurde nicht gelöst, die versprochene Rückmeldung ist bisher ausgeblieben.

Ein weiterer Punkt ist der, dass Kunden bei einer Gebühr von 0,14 Cent pro Minute wahrscheinlich nur anrufen, wenn sich das Problem nicht auf andere Weise lösen lässt. Bei einer kostenlosen Nummer würden sich die Anruferzahlen sicherlich erhöhen und es müsste mehr Personal eingesetzt werden. Auf der anderen Seite spricht ein hohes Anruferaufkommen ein Indikator für die Qualität eines Produktes bzw. einer Anleitung. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass eine kleine selbstgeschriebene Kurzanleitung die Rückfragenquote zu einem Produkt dem Nullpunkt sehr nahe bringen kann.

Da 0180 Nummer einen Anruf auf die Festnetznummer der Hotline weiterleiten, ist es auch möglich direkt diese Festnetznummern anzuwählen und so die hohen Gebühren zu umgehen. Teletarif. de hält eine Liste mit den sich hinter den 0180 Nummern versteckenden Festnetznummer bereit.

Lohnt sich wer liefert was?

Wer liefert was bezeichnet sich selbst als Lieferantensuchmaschine, nein, eigentlich sogar als „die Lieferantensuchmaschine“.

Im Grunde ist es allerdings keine echte Suchmaschine sondern ein Verzeichnis mit Suchfunktion. Neue Webseiten werden von WLW nicht gecrawled. Das Verzeichnis von wlw ist mit etwa 830.000 Seiten im Googleindex vertreten. Echte Suchmaschinen schließen die Indexierung der eigenen Suchergebnisseiten aus.

Um bei Wer liefert was gelistet zu werden bedarf es einer Anmeldung. Es gibt derzeit auch eine kostenlose Variante, bei der man allerdings nur den Namen des Ansprechpartners und die Telefonnummer veröffentlichen kann. Einen Link zur eigenen Seite und die E-Mailadresse kann man ab dem Basiseintrag hinterlegen, den es ab EUR 48,– pro Monat. Die Links sind nicht mit nofollow gekennzeichnet.

Wer sich ein bisschen mit den Google Richtlininen auskennt, bei dem dürften spätestens jetzt die Alarmglocken läuten. Wenn ich jemandem Geld dafür gebe, dass er einen Backlink auf meine Webseite setzt, verkaufe ich demnach Links. Google findet das natürlich nicht so toll und hat diesem Problem sogar einen eigenen Artikel gewidmet.

Wer liefert was hat nach eigenen Angaben pro Jahr 22 Millionen Visits und 1,5 Millionen Entscheider suchen monatlich über wlw. Rechnen wir mal nach: 1,5 * 12 Monate = 18 Millionen.  Ich gehe mal davon aus, dass die Differenz die Mehrfachbesuche von Entscheidern sind.

Wenn ich mir jetzt überlege, dass die Abfrage site:wlw.de bei Google die oben bereits erwähnten 830.000 Seiten ausgibt, dann relativieren sich die Visits auch schon wieder. Teilen wir mal die 1,5 Millionen durch 830.000 erhalten wir einen Wert von 1,807. Im Durchschnitt wird also jede Webseite von wlw pro Monat von 1,807 unterschiedlichen Besuchern aufgerufen. Eine Seite von wlw enthält allerdings mehr als eine Firma. Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich einen Kontakt über wlw zu generieren ist daher meiner Meinung nach sehr gering.

Man muss natürlich berücksichtigen, dass der o.g. Wert den Durchschnitt über alle Seiten angibt. Diese Gleichverteilung ist natürlich nicht realistisch, es gibt mit Sicherheit Seiten, die sehr viel häufiger aufgerufen werden, aber andersherum auch Seiten die noch sehr viel seltener aufgerufen werden.

Lohnt sich denn nun ein Eintrag bei wlw? Ich denke der kostenfreie Eintrag kann nicht schaden, ich denke allerdings schon, dass wlw die kostenfreien Einträge gerne in kostenpflichtige Umwandeln möchte, Kontaktaufnahme durch wlw halte ich daher für sehr wahrscheinlich. Von den kostenpflichtigen Angeboten würde ich im Moment abraten, da die Links nicht durch ein nofollow Attribut gekennzeichnet sind. In den Google Webmastertools gibt es zum Melden von gekauften Links extra ein eigenes Formular, was sollte also die Wettbewerber davon abhalten die unliebsame Konkurrenz anzuschwärzen.

Selbst wenn die Backlinks auf nofollow gesetzt würden halte ich einen Eintrag nur für sehr margenstarke Bereich für lohnend. Ein Eintrag kostet pro Jahr mindestens EUR 576,00. Aufgrund der sehr geringen Zahl an zu erwartenden Kontakten die für dieses Geld generiert werden, lohnt es sich aus meiner Sicht  nur, wenn die Kosten bereits nach dem ersten erfolgreichen Geschäft amortisiert sind.

Im Abakus Forum wurde bereits über den Sinn von wlw diskutiert, hierbei kommen auch zwei wlw Mitarbeiter zu Wort.

Verlinkt Yasni Kindporno Seiten?

Das Yasni, vertreten durch den Geschäftsführer Steffen Rühl nachweisbar von den eigenen selbst erzeugten Webseiten auf Pornoseiten verlinkt hatte ich ja bereits geschrieben. Mir sind persönlich ein paar Webseiten von Yasni bekannt, die vermutlich auf Kinderpornoseiten verlinken. Zumindest die Teasertexte, die Yasni dort hinterlegt hat lassen das so vermuten. Da ich mich selbst nicht strafbar machen möchte, habe ich mir die verlinkten Seiten nicht angesehen, sondern die Strafverfolgungsbehörden „gebeten“ sich die Seiten einmal näher anzuschauen.

Mal ganz von der rechtlichen Würdigung abgesehen, wo bleibt die Moral? Wie er erklärt Steffen Rühl seinen eigenen Kindern warum er auf den Webseiten seiner Firma Bilder und Filme von sexuell mißbrauchten Kindern ankündigt.

Auch die Werbepartner von Yasni dürfte es nicht freuen auf Seiten wie dieser hier eingeblendet zu werden:
http://www.yasni.de/name/kinderporno/kinderporno.htm

Zum Zeitpunkt dieses Beitrags läuft da Werbung für Strato Video Web XL, mit wenigen Mausklicks zur eigenen Video Homepage und für Maxdome, 12.000 Videos gratis, das passt ja.

Kein glückliches Händchen hatten die beiden Werbepartner von Yasni
So sieht also zielgruppenorientierte Werbung aus

Yasni Ergebnisse nach Bedarf „anpassen“

Yasni, die Personensuchmaschine macht die Manipulation von Datenprofilen recht einfach. Man bringt einfach einen Namen auf einer nahezu beliebigen Seite unter, noch ein bisschen Text drumherum und schon generiert Yasni dazu ein prima Seite. Wenn man sich die Texte, die Yasni im Zusammenhang mit einem Namen speichert einmal etwas genauer ansieht, ist dort ein bestimmtes Muster zu erkennen. So kann man nun aktiv seine „Reputation“ beeinflussen.

Hierzu einmal ein Beispiel:

„Die beste Beratung beim Kauf einer Registrierkasse habe ich bei der Firma cashregisterstore erhalten, besonders die nette und freundliche Art sowie der Hinweis auf ein günstigeres Modell durch Dennis Lorek hat mir sehr gefallen“

Wer möchte so etwas denn nicht von seinen Kunden hören, mit Yasni ist das endlich möglich. Bei Yasni taucht das Ergebnis nämlich in ein paar Tagen genau so auf. OK, bei mir trifft das ja auch tatsächlich zu 😉

Jetzt schnell noch in ein paar Blogkommentaren den eigenen Namen in einem positiven Zusammenhang nennen, wem das zu umständlich ist, der meldet sich einfach bei einigen der vielen kostenlosen Bloganbietern an und schreibt hier etwas ungezwungener.

Wahrscheinlich kommt in Kürze ein Softwareanbieter auf die Idee so etwas halbautomatisch zu veranlassen, beim IBP pro von Axandra funktioniert das ja bereits ganz vorzüglich zum Anmelden bei Webkatalogen.

Yasni verlinkt Pornoseiten

Die im Jahr 2007 gegründete Personensuchmaschine Yasni sorgt neben den datenschutzrechtlichen Bedenken, die an anderen Stellen bereits zu hauf geäußert wurden zur Zeit für Aufsehen.

Das ganze nahm seinen Lauf, als im Abakusforum darüber geschrieben wurde, dass bestimmte Namen in der robots.txt Datei der Suchmaschine Yasni auftauchen. In dieser Datei kann mann einer Suchmaschine Anweisungen geben, welche Verzeichnisse durchsucht werden dürfen und welche nicht. Ich habe mir daraufhin die Datei einmal angesehen und fand den Namen Volker Bellendorf ganz unten am Ende der Datei. Volker war zunächst auch nicht klar, weshalb sein Name dort auftaucht.

Was Volker Bellendorf und wahrscheinlich vielen anderen bereits aufgefallen ist, dass Yasni aus den Suchergebnissen zu Namensabfragen eigene Webseiten erstellt. Diese werden dann wieder in den Googleindex zurückgeliefert. Für eine Suchmaschine ein recht „ungewöhnliches“ Vorgehen. Mittlerweile ist Yasni mit etwa 10 Millionen Webseiten im Google Index.

Das Problem dabei ist, dass Yasni mit den Texten aus fremden Webseiten eigene Webseiten erstellt, was meiner Meinung nach klar gegen das Urheberrecht verstößt. Es werden sogar Bilder von Personen in die eigenen Webseiten übernommen. Yasni argumentiert jedoch, dass es sich um eine Suchmaschine handele und die dürfe Daten in Ihrem Cache speichern. Das ist sicherlich so auch in Ordnung, zumindest was die Ausgabe von Suchergebnisseiten angeht. Um diese geht es hier im konkreten Fall allerdings nicht, es geht hier um die von Yasni selbst erstellten Seiten, wie z.B. diese hier: yasni.de/person/augustin/sven/sven-augustin.htm. Und mit diesen Seiten tritt Yasni eben nicht als Suchmaschinenanbieter auf.

Der Webseitenbetreiber ist für den Inhalt der von ihm erstellten Webseiten selbst verantworlich. Ob es nun um Urheberrechtsverstöße geht, Verstöße gegen den Datenschutz oder aber wie ich mittlerweile sogar feststellen musste um die Verbreitung von Pornografie ohne Altersverifikation.

Hier nur einmal ein Beispiel von vielen Seiten die Yasni für seine Nutzer bereithält:

yasni.de/person/augustin/sven/sven-augustin.htm

Die Seite ist absichtlich nicht aktiv verlinkt. Deutlich wird jedoch, dass wirklich jeder davon betroffen sein kann. Sven Augustin ist ein ganz normaler Name. Nun hat sich jemand den Spaß gemacht, diesen Namen für ein Post auf einer Pornoseite zu nutzen und so landet die Seite auch bei Yasni, nicht nur in deren Cache, nein, die erzeugen gleich eine ganze Seite. Zugegeben, es ist wirklich eine von den harmloseren Seiten, ich habe da schon schlimmere über Yasni gefunden.

Natürlich habe ich mich auch gefragt, warum eine Suchmaschine eigene Webseiten erstellt. Man findet ja auch keine Yahoo Seiten im Google Index und umgekehrt. Für mich kommt da nur eine Antwort in Frage: Gewinnerzielung. Yasni erzielt momentan Umsätze über Werbeinblendungen. Es wird zur Zeit für die Firma Plus geworben und für eine Singlebörse. In der Regel optimiert niemand seine Webseite auf den eigenen Namen, Yasni hingegen macht das schon. So kommt es dazu, dass Yasni mit der für den jeweiligen Namen optimierten Webseite auf dem ersten Platz bei Google landet. Google hat einen Marktanteil von etwa 90% in Deutschland. Wer Yasni noch nicht kennt und nach einer anderen Person oder nach sich selbst sucht, landet in vielen Fällen sofort bei Yasni. Die Zugriffszahlen bei Yasni steigen also und folglich auch die Werbeeinnahmen.

Ich hatte bereits in dem Forum von Ecombase ein Beispiel gepostet, die Antwort eines anderen Users war:

„wir haben NOCH VIEL SCHLIMMERES gefunden
ich würde mich selber strafbar machen wenn ich diese ergebnisse hier posten würde (laut meinem anwalt)“

Quelle: http://www.ecombase.de/forum/index.php?showtopic=19839&st=30

Was auch immer die dort gefunden haben, ich möchte es ehrlich gesagt gar nicht wissen.

Ein „das läuft alles automatisch bei uns, wenden Sie sich an die Quelle, wenn die Daten nicht mehr bei Yasni erscheinen sollen “ dürfte ein Richter vermutlich nicht gelten lassen.

Es gibt gewisse Spielregeln, an die sich jeder Webseitenbetreiber zu halten hat. Hier sind einfach Grenzen überschritten worden.

Shopsiegel wie TrustedShop und saferpay sinnvoll?

Shopsiegelanbieter werben damit, dass sich durch das Siegel die Konversionsrate bei Online-Shops erhöht. Die Konversionsrate ist der Anteil an Käufern im Verhältnis zu den Besuchern des Shops. Wenn Sie täglich 100 Besucher auf Ihrer Shopseite haben und jeweils 2 Verkäufe tätigen, ist Ihre Konversionsrate 2%. Wenn Sie die Konversionsrate auf 3% erhöhen können, erzielen Sie mit der gleichen Anzahl an Besuchern einen höheren Umsatz.

Der Marktführer TrustedShop wirbt außerdem damit, dass nahezu die Hälfte der Teilnehmer an einer Umfrage deren Siegel kennen. Nun muß man dazu erwähnen, dass diese Online Umfrage mit 1.016 Befragten von der GfK im Auftrag von Trusted Shop durchgeführt wurde. Mich hätte ein anderes Ergebnis daher schon gewundert.

Lt. Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) soll es 50.000 Online Shops geben. Das Trusted Shop Siegel tragen gerade einmal 3.000 Shops und das als Marktführer. Da kann sich jeder seinen Teil zur Bekanntheit des Siegels bei den Kunden der Onlineshops denken.

Das Problem hinsichtlich der Steigerung der Konversionsrate ist die kaum feststellbare Ursache. Ein Onlineshop unterliegt einem ständigen Wandel. Diese Veränderungen haben ebenfalls einen starken Einfluß auf die Konversionsrate. Beispiele wären z.B. Einführung neuer Produkte, Preisänderungen, verbesserte Artikelbeschreibung, versandkostenfreie Lieferung ….. Das die Siegelanbieter das Siegel als Ursache sehen, kann ich denen noch nicht einmal verübeln, man würde es vielleicht auch so machen.

Höchstwahrscheinlich erhöht ein Shopsiegel aber tatsächlich die Konversionsrate. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde durch ein Siegel vom Verkauf abgehalten wird ist wohl eher gering, dass der eine oder andere Kunde seine Bestellung vom Vorhandensein eines Siegels abhängig macht ist anzunehmen.

Damit sich ein Siegel für einen Shopbetreiber lohnt, muss die Konversionsrate mindestens so stark steigen, dass die Gebühren für das Siegel wieder verdient werden.

Wer nun seine Hausaufgaben gemacht hat und ein paar Kennzahlen gesammelt hat, kann die mindestens zu erzielende Konversionsrate mit folgender Formel ermitteln:

Siegelkosten
————————– : 100 + alte Konversionsrate
durchschn. Gewinn pro Verkauf

Hierzu ein Beispiel:

Siegelkosten 59,00 EUR
———————-  : 100 + 2% (alte Konversionsrate) =2,059
10 EUR Gewinn pro Verkauf

Ebay als Werbeplattform für den Shop nutzen

In vielen Diskussionen rund um Ebay, höre ich immer wieder von Ebay Händlern das Argument, man sehe Ebay durchaus kritisch, nutze das ganze aber, um seinen Ebay Kunden zusätzlich etwas zu verkaufen. Ebay diene somit eigentlich nur als Werbeplattform für den eigenen Shop.

Unabhängig davon, dass die Ebay AGB so etwas gar nicht zulassen, frage ich mich, ob sich das ganze nicht sogar rechnerisch hinterfragen lässt.

Wir legen unseren manuell zu programmierenden Kassen beim Verkauf eine Schnellprogrammieranleitung bei, so dass sich die Kunden nicht mit dem Handbuch des Herstellers herumschlagen mussten. Ganz unten auf diesen Anleitungen haben wir einen kleinen Bestellcoupon, mit dem die Kunden Kassenrollen bestellen können.

Gehen wir einmal davon aus, dass tatsächlich jeder Kunde sowohl im Online Shop als auch bei Ebay, der einen Coupon bekommt auch Kassenrollen bestellt. Wir nehmen für eine kleine Kasse einen Verkaufspreis von EUR 170,00 an. Die Ebay Verkaufsprovision beläuft sich ab dem 25.09.2008 für diesen Verkauf auf EUR 15,10. Die Angebotsgebühr lassen wir aus Vereinfachungsgründen unberücksichtigt.

Wenn ich nun Ebay nur als Werbeplattform betrachte, sind pro Karton Kassenrollen EUR 15,10 fällig. Na klar, Sie werden jetzt argumentieren, dass ich ja bereits mit der Kasse etwas verdient habe und haben natürlich recht.

Angenommen Sie stellen den Verkauf über Ebay ein und schalten statt dessen Anzeigen über Google Adwords. Für eine Anzeige im Bereich Registrierkassen sollten Sie einen Klickpreis von EUR 0,40 einplanen. Für EUR 15,10 bekommen Sie also genau 37,75 Klicks bzw. Besucher.

Teilen wir nun 37,75 durch 100 = 2,65, erhalten Sie die Konversionsrate (Anteil der Käufer je Besucher) , bei der es egal ist, ob Sie Ebay als Werbeplattform nutzen oder Google Adwords Anzeigen schalten. Liegt Ihre Konversionsrate in Ihrem Shop bei mehr als 2,65%, rechnet sich Ebay als Werbeplattform auf gar keinen Fall.

Nehmen wir ein anderes Beispiel, nämlich eines von Ebay selbst. In der Beispieltabelle für die neuen Ebaygebühren finden Sie die Gebühren für eine Handtasche im Wert von Brutto EUR 100,00. Die Gebühren betragen hierfür EUR 11,79.

Wir schalten nun wieder Werbung bei Google Adwords und hoffen sowohl bei Ebay als auch in unserem Shop darauf, dass noch ein passendes Portemonaie für 50 EUR dazugekauft wird. Dort bekomme wir für das Wort Handtaschen bei einem Klickpreis von 0,12 – 0,20 EUR (mit hohem Qualitätsfaktor) die Position 4-6 und 45-47 Klicks pro Tag. Für 11,79 EUR bekomme ich also 58,95 Klicks (0,20 EUR je Klick). Berechnen wir wieder den Grenzwert der Konversionsrate, 100 / 58,95 = 1,70%.

In der Praxis werden Sie die Zusatzverkaufsquote von 100% nie zu erreichen, was sowohl für den Shop als auch für Ebay gilt. Die Chance auf einen Zusatzverkauf ist in Ihrem Shop jedoch höher, da die Kunden hierfür die Plattform nicht wechseln müssen. Zu beachten ist auch, dass die Anzahl der Verkäufe bei Ebay höher oder auch niedriger sein kann, als in Ihrem Shop. Wenn Sie per Adwords pro Tag 50 Klicks für einen Suchbegriff bekommen können und eine Konversionsrate von 2% haben, erreichen Sie einen Verkauf pro Tag. Hier ist es durchaus denkbar, dass Sie pro Artikel bei Ebay zwar weniger verdienen, aufgrund einer höheren Anzahl verkaufter Artikel pro Tag dennoch einen höheren Gewinn erzielen können.

Wie Sie sehen, kann man keine pauschale Aussage darüber treffen, ob sich Ebay tatsächlich als Werbeplattform lohnt, hier muss immer eine Einzelfallentscheidung erfolgen. Wie Sie an den obigen Beispielen feststellen können, bedarf es einer genauen Kennzahlenanalyse. Wie hoch ist meine Konversionsrate im Shop, wieviele Zusatzverkäufe tätige ich über Ebay, wieviele über den eigenen Shop. Wie hoch sind die Klickpreise für Werbung (es soll nicht nur Adwords geben)…