Zweifelhafte Tipps von Johannes Altmann

Mich nerven die Newsletter von Internet World Business ja schon ein bisschen, selten etwas wirklich Informatives. Meist ein kurzer Anriß per Mail, dann ein nicht viel längerer Artikel auf der Webseiten, der dann aber schön Pageviews nach oben treibend auf meherer Seiten aufgeteilt wird.

Der heutige Tipp von Shoplupe Gründer Johannes Altmann ist meiner Meinung nach ein absoluter Nonsense.

Er berichtet über den Vertrieb von Waren über Plattformen wie z.B. ebay oder amazon. Genannt wird hier ebenfalls die Integrationsmöglichkeit bei Neckermann, Otto und Plus. Für die Intergration sind bis zu 50.000 EUR fällig, als Verkaufsprovision werden bis zu 20% berechnet. So weit so gut. Er komt dann zu folgendem Fazit:

Wann lohnt sich für Sie eine Vertriebsplattform?

Bedienen Sie eine Nische und sind darin der Marktführer, haben Sie einen besonderen Zugang zu Produkten oder sind Sie sogar ein Hersteller im Direktvertrieb, dann werden die Betreiber von Vertriebsplattformen ein großes Interesse an Ihnen haben. Sie müssen eine funktionierende Endverbraucherlogistik mitbringen, geschickt verhandeln und Geduld für den Integrationsprozess haben – dann wird der Verkauf auf anderen Plattformen für Sie ein attraktives und sicheres Standbein im Onlinevertrieb.

Ob sich der gute Herr Altmann schon einmal gefragt hat, warum der Otto Versand seine Produkte nicht bei Amazon integriert oder der Plus beim Otto? Richtig, das sind Wettbewerber.

Kennt der Herr Altmann eigentlich die gängige Praxis von Amazon gut funktionierende Nischen plötzlich mit Kampfpreisen selbst zu bedienen? Dann steht plötzlich nicht nur Amazon mit meiner Artikelbeschreibung und meinen Fotos bei Google vor mir, nein, die bieten das ganze sogar noch billiger an.

4 Gedanken zu „Zweifelhafte Tipps von Johannes Altmann

  1. Marktführer wie fahrrad.de und koffer-direkt.de nutzen heute schon die Chance aus Vertriebsplattformen und ihnen sind die Risiken bewusst. Nun leider ist das Leben kein Ponyhof und jeder Shopbetreiber muss Chancen und Risiken abwägen.

    Mag sein, dass der Artikel aus Ihrer Sicht Schwachsinn ist – aber warum machen Shopbetreiber das dann überhaupt. Aus Ihrer Sicht alles blöd und alles Wahnsinnige, oder?

  2. Millionen rauchen, Loki und Helmut Schmidt werden sogar alt dabei. Ist rauchen deshalb ratsam?

    Was glauben Sie denn, wie das Gros der Ebay XT:C (und neuerdings auch Amazon) Kombinierer kalkuliert? Wer von denen ist denn überhaupt in der Lage einen Deckungsbeitrag zu ermitteln?

  3. gerade wieder gefunden – ihren Kommentar. Haben Sie sich schon mal gefragt warum ALDI eigentlich WhiteLabel Markenprodukte verkauft. Ja genau – weil bei ALDI die was los ist. Für Markenartikel ist dies strategisch zweifelhaft, finanziell trotzdem spannend.

    Shops gehts genauso. Amazon & Co. sind eine Gefahr aber zugleich einfach die größten. Traffic-Bringer. Keine Ahnung was Sie außer ihrem Blog so machen. Gerne können Sie aber mal mit einem unserer Kunden ein echtes Fachgespräch führen.

  4. Hm.. meinen Sie mit Kunden z.B. Quelle? Ach nein, die gibt es ja nicht mehr:-)
    Aber mal ernsthaft, man muss das ganze schon recht differenziert betrachten. Mit Lebensmitteldiscountern in den Ring zu steigen überleben nur die wirklich großen Hersteller und auch diese verdienen hierbei deutlich weniger. Nur die Großen können es irgendwie auffangen ausgelistet zu werden, wenn die Preisgespräche nicht so laufen wie es den Discountern vorschwebt.

    Um hier die Kurve zu Amazon zu kriegen: Gerade vor dem Hintergrund der Preisparität verdienen Sie bei einem Verkauf über Amazon 17,85% weniger, als bei einem Verkauf über den eigenen Webshop, der gut in den organischen Ergebnissen rankt. Man könnte z.B. für 100 EUR Umsatz 17,85 EUR für Adwords ausgeben…aber das ist ja einigen Shopbetreibern dann zu teuer.

    Besuchen Sie mal das eine oder andere Shopbetreiberforum. Es ist kein Einzelfall, dass Amazon die Händlerverkäufe sehr genau analysiert und Produkte selbst ins Sortiment nimmt und der Händler aufgrund der günstigeren Amazonpreise nichts mehr verkauft, nein es ist offenbar die Regel.

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